Zillertaler Mobilitätsplan nimmt Fahrt auf

Das Zillertal soll zum Vorreiter in Sachen innovativer, nachhaltiger Mobilität für Einheimische und Gäste werden – Entlastung der Bevölkerung als wesentliches Ziel.

Stauhölle, Verkehrskollaps, Blockabfertigung: Diese Begriffe sollen im Zillertal bald der Vergangenheit angehören. Mit dem Zillertaler Mobilitätsplan liegt jetzt ein umfangreiches Paket an fixen und geplanten Maßnahmen vor, welche die Verkehrssituation im Tal nachhaltig verbessern sollen. Mit dem Mobilitätsplan möchten Land Tirol, Planungsverband Zillertal, VVT und die Zillertaler Verkehrsbetriebe AG drei Ziele erreichen: den Stau in der Region reduzieren, den neuen Mobilitätsansprüchen von Gästen und Einheimischen gerecht werden und Antworten auf den demographischen Wandel liefern. Das ist gerade im Tourismus ein großes Zukunftsthema: Die Autonutzung in den Zielmärkten nimmt ebenso ab wie die Zahl der Führerscheine, das heißt der Gast bewegt sich vermehrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Entlastung für die Zillertaler Bevölkerung

„Mit dem Mobilitätsplan wollen wir die notwendige Entlastung für die Zillertaler Bevölkerung erreichen. Dabei muss der öffentliche Verkehr gegenüber dem Individualverkehr den Vorrang bekommen. Wir stehen vor einer riesengroßen Herausforderung, die nur mit hundertprozentiger Unterstützung aller Beteiligten zu bewältigen sein wird“, erläutert Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Ingrid Felipe.

Die Mobilität ins und im Zillertal könne nur mit einem Gesamtkonzept gewährleistet werden, betont auch Landeshauptmann-Stellvertreter ÖR Josef Geisler. „Wir müssen an einem Strang ziehen, damit das Tal für Einheimische und Gäste auch in Zukunft attraktiv bleibt.“

Zillertaler Mobilitätsplan auf drei Säulen

Der Zillertaler Mobilitätsplan basiert auf drei Säulen: der neuen Zillertalbahn, einem abgestimmten und umfassenden Buskonzept sowie der Gästekarte als Fahrkarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Die Idee: In Zukunft sollen die Gäste des Zillertals die Angebotsausweitung des öffentlichen Netzes mitfinanzieren. Damit könnte ein Angebot geschaffen werden, das den Ansprüchen der Einheimischen und Gästen entspricht.

Insgesamt sind eine Reihe von Maßnahmen angedacht: Dazu zählen der geplante Ausbau des Angebots von Bus und Bahn, kürzere Fahrzeiten für die künftig fossilfreie Zillertalbahn, der neue Bahnhof Mayrhofen, und mehr Komfort in den Zügen. Außerdem ist geplant, die Zillertal Arena an die Bahn anzubinden. Die Anreisen ohne PKW sollen gesteigert, das Park & Ride-Angebot ausgebaut und die Fahrrad- und Straßeninfrastruktur optimiert werden. Ein wichtiger Baustein sind darüber hinaus Innovationen wie die Mitfahrbörse „ummadum“, die im März im Zillertal startet, oder das E-Carsharing in Aschau.