Zillertaler Delegation besuchte Stadler Rail

LH-Stv Josef Geisler und  Abg. z. NR Franz Hörl (Aufsichtsratsvorsitzender ZVB) informierten sich bei CEO Peter Spuhler aus erster Hand über den Schweizer Bahnhersteller, der auch die Züge für die neue Zillertalbahn liefern soll – Brennstoffzellentriebzüge sollen bis Ende des Jahres bestellt werden

Der Zillertaler Mobilitätsplan soll die Region ab der Wintersaison 2023 / 2024 zum Vorreiter für innovative und nachhaltige Mobilität machen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die neue Zillertalbahn. Sie soll die erste Schmalspurbahn der Welt werden, die mit Energie aus grünem Wasserstoff angetrieben wird. Außerdem sollen die Fahrgäste von morgen mit kürzeren Fahrzeiten und mehr Komfort zum Umstieg auf die Öffis motiviert werden. Die Kapazität der Bahn wird verdoppelt.

Kürzlich besuchte eine Delegation aus dem Zillertal den Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail am Firmensitz in Bussnang. LH-Stv. Josef Geisler, ZVB-Aufsichtsratsvorsitzender Abg. z.NR Franz Hörl und ZVB-Vorstand Helmut Schreiner besichtigten das Werk des internationalen tätigen Unternehmens, das weltweit 20.000 Mitarbeiter beschäftigt. Im Gespräch mit CEO Peter Spuhler wurde außerdem der weitere Fahrplan für das Zukunftsprojekt im Zillertal erörtert.

Klares Bekenntnis aus dem Tal notwendig
Ziel ist es, die vier Brennstoffzellentriebzüge bis Ende des Jahres zu bestellen. Voraussetzung dafür ist aber ein klares Bekenntnis der Zillertaler Tourismusverbände. Nur wenn die restlichen Tourismusverbände (Erste Ferienregion im Zillertal, Zell-Gerlos Zillertal Arena und Mayrhofen-Hippach) im Herbst 2020 einer Erhöhung der Ortstaxe um 1,25 Euro zustimmen, kann am Projekt weitergearbeitet werden. Die höhere Ortstaxe pro Übernachtung gilt erst dann, wenn die neue Zillertalbahn voll in Betrieb ist – also frühestens ab der Wintersaison 2023 / 2024.

Wasserstoff: Sicher und effizient
Die Entscheidung für Wasserstoff fiel aus mehreren Gründen: Der Wasserstoffantrieb ist im Vergleich zur Oberleitung energiewirtschaftlich effizienter, günstiger und ästhetischer. Der mit Energie aus grünem Wasserstoff angetriebene Brennstoffzellentriebzug ist im Betrieb jährlich durchschnittlich eine Million Euro günstiger als ein Elektrozug mit Oberleitung. Das hat die aktuelle, unabhängige Wirtschaftlichkeitsberechnung von KCW Berlin ergeben.

Mit seinen Wasserkraftwerken eignet sich das Zillertal außerdem hervorragend für die Produktion von grünem Wasserstoff. Vor Ort kann äußerst günstiger Überschuss-Strom zu wertvollem Wasserstoff umgewandelt werden. Die teure Oberleitung würde außerdem bei insgesamt 68 niveaugleichen Bahnübergängen landwirtschaftliche Arbeiten und vor allem Schwertransporte massiv behindern. Mittelfristig sollen dann auch Busse und Pistengeräte auf Wasserstoff umgestellt werden. Ziel ist es, das Zillertal zur Wasserstoff-Region Nummer eins zu machen.

V.l.: LH-Stv Josef Geisler, Stadler-CEO Peter Spuhler, Abg. z. NR Franz Hörl (AR-Vorsitzender ZVB), ZVB-Vorstand Helmut Schreiner und Axel Lehmann (Verkaufsleiter Stadler Rail)